Ukraine erzielt bedeutende Rückeroberungen: Auswirkungen der Starlink-Sperre auf den Kriegsverlauf

Einleitung

Die Entwicklungen im russisch-ukrainischen Krieg zeigen seit Mitte Februar deutliche Verschiebungen: Der Ukraine ist eine bedeutende Rückeroberung eigenen Staatsgebiets im Osten des Landes gelungen. Besonders auffällig ist dabei der Zusammenhang mit Einschränkungen beim Zugang der russischen Armee zum Satelliteninternet von Starlink. Dieser Beitrag beleuchtet die Faktenlage, die Dynamik der Rückeroberungen und den Einfluss technologischer Faktoren auf das Kriegsgeschehen.

Ukrainische Rückeroberungen im Februar 2026

Laut einer Auswertung von Daten hat die ukrainische Armee zwischen Mittwoch und Sonntag mehr als 201 Quadratkilometer ihres eigenen Staatsgebiets von der russischen Armee zurückgewonnen. Dies stellt den größten Geländegewinn der Ukraine seit ihrer Gegenoffensive im Juni 2023 dar. Die zurückeroberte Fläche ist damit fast so groß wie die von Russland im gesamten Dezember 2025 eingenommenen Gebiete (244 Quadratkilometer) [1].

Die aktuellen ukrainischen Erfolge konzentrieren sich hauptsächlich auf eine Zone östlich der Stadt Saporischschja, in der die russischen Kräfte seit Sommer 2025 stark vorgerückt waren. Insgesamt kontrollierte Moskau Mitte Februar 19,5 Prozent des ukrainischen Territoriums, gegenüber 18,6 Prozent ein Jahr zuvor. Bereits vor Beginn des großflächigen Angriffskriegs im Februar 2022 waren rund sieben Prozent des ukrainischen Staatsgebiets – darunter die Krim und Teile des Donbass – dauerhaft unter russischer Kontrolle [1].

Der Einfluss der Starlink-Sperre

Eine besonders relevante Entwicklung für die jüngsten Geländegewinne ist die Blockierung des Zugangs russischer Streitkräfte zum Satellitensystem Starlink. Das Institute for the Study of War (ISW) führt die erfolgreiche Rückeroberung der Ukraine auf gezielte Gegenangriffe zurück, die wahrscheinlich durch diese Blockierung unterstützt wurden. Russische Militärbeobachter registrierten am 5. Februar die eingeschränkte Nutzbarkeit von Starlink, kurz nachdem der US-Unternehmer Elon Musk Maßnahmen gegen die russische Verwendung des Systems angekündigt hatte. Laut ISW beeinträchtigt die Starlink-Sperre die Kommunikationsfähigkeit und Führung der russischen Truppen an der Front erheblich [1].

Die Effekte dieser Maßnahme spiegeln sich in der Dynamik der Frontlinie wider: Während in der untersuchten Woche lediglich am 9. Februar russische Truppen kleine Geländegewinne verbuchten, konnte die Ukraine an den übrigen Tagen Boden gutmachen. Die gewonnenen Gebiete liegen vor allem in einem etwa 80 Kilometer breiten Bereich östlich von Saporischschja, wo die russischen Kräfte zuletzt verstärkt operiert hatten [1].

Technologieeinsatz im Konflikt

Starlink, das ursprünglich ausschließlich für ukrainische Zwecke eingesetzt wurde, war auch für die russische Seite attraktiv. Ukrainischen Angaben zufolge nutzten russische Drohnen mithilfe von Starlink elektronische Störsysteme, um präzise Ziele anzugreifen. Die Nutzung der Satellitenverbindung erlaubte unter anderem den Einsatz von Langstreckendrohnen aus russischer Produktion, etwa durch die Ausstattung sogenannter Shahed-Drohnen mit Satellitenverbindungen. Damit konnten diese Systeme die elektronische Drohnenabwehr der Ukraine teilweise umgehen [1].

Die jüngsten Einschränkungen der Starlink-Nutzung für russische Kräfte erschweren nun laut verschiedenen Beobachtern deren militärische Koordination und Einsatzführung. Darin liegt ein entscheidender Vorteil für die ukrainische Seite in dieser Phase des Konfliktes [1].

Vergleich mit früheren Entwicklungen

Der Rückgewinn von über 200 Quadratkilometern seit Mitte Februar stellt die größte Flächenrückeroberung seit dem Sommer 2023 dar. Im direkten Vergleich zu den Ergebnissen der russischen Offensiven wird deutlich, dass die Geländegewinne beider Seiten oft innerhalb kurzer Zeiträume stattfinden, aber stark von wechselnden technologischen und taktischen Rahmenbedingungen beeinflusst werden [1].

Ausblick

Ob der aktuelle Trend der ukrainischen Gegenattacken anhält, hängt maßgeblich von weiteren technologischen und operativen Faktoren ab. Die verhinderte Starlink-Nutzung auf russischer Seite hat gezeigt, wie sehr moderne Kriegsführung von digitaler Infrastruktur abhängt. Die weitere Entwicklung an der Ostfront bleibt daher eng an den Zugang und die Nutzung innovativer Kommunikationstechnologien gekoppelt [1].

Fazit

Die ukrainischen Rückeroberungen Anfang 2026 markieren einen bedeutsamen Moment im länger dauernden Konflikt mit Russland. Unterstützt durch Maßnahmen, die den russischen Zugang zu entscheidender Satellitentechnologie blockieren, sichert sich die Ukraine operative Vorteile und kann signifikante Gebiete in kurzer Zeit zurückgewinnen. Der Verlauf belegt den wachsenden Einfluss moderner Technologien auf konventionelle Kriegführung, wobei Kommunikation, Drohneneinsatz und elektronische Infrastruktur zentrale Rollen spielen [1].

Quellen

  1. spiegel.de – Ukraine gelingt größte Rückeroberung seit 2023 – Rückeroberungen, Starlink-Sperre und Kriegsgeschehen
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