Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland hat 2025 ein neues Hoch erreicht. Nach Jahren rückläufiger Zahlen ist die Entwicklung seit 2022 wieder deutlich negativ. Besonders betroffen sind Mittelstand, Industrie und Handel. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von konjunkturellen Schwächen bis hin zu strukturellen Problemen (Aussage + neutraler Quellenverweis).
Im Jahr 2025 meldeten laut Creditreform 23.900 Unternehmen Insolvenz an – fast 2.000 mehr als im Vorjahr. Das entspricht einem Anstieg von 8,3 Prozent. Besonders auffällig ist der starke Zuwachs bei Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten, die über vier Fünftel aller Insolvenzen ausmachen. Auch im verarbeitenden Gewerbe und im Handel stiegen die Insolvenzen um jeweils mehr als zehn Prozent (Aussage + neutraler Quellenverweis).
Das IfM Bonn berichtet für das erste Halbjahr 2025 von rund 12.000 beantragten Unternehmensinsolvenzen, ein Plus von 12,5 Prozent zum Vorjahr. Im gesamten Jahr 2024 lag die Zahl bei 21.812 Fällen (+22,4 Prozent). Die meisten Insolvenzanträge entfielen auf das Baugewerbe, den Handel und freiberufliche, technische sowie wissenschaftliche Dienstleistungen (Aussage + neutraler Quellenverweis).
Die Automobilbranche steht besonders unter Druck. Neben den Herstellern sind vor allem Zulieferer und der Handel betroffen. Im verarbeitenden Gewerbe stieg die Zahl der Insolvenzen um 17,5 Prozent. Auch der Mittelstand leidet: Unternehmen mit 11 bis 50 Beschäftigten verzeichneten einen Insolvenzzuwachs von 17 Prozent (Aussage + neutraler Quellenverweis).
Die Ursachen für die Krise in der Automobilindustrie sind vielfältig: schwache Nachfrage, hohe Kosten, Lieferengpässe, geopolitische Unsicherheiten und die Transformation zur Elektromobilität. Eine Analyse prognostiziert weiter sinkende Produktionszahlen bis 2026 sowie Stellenabbau und Werksschließungen. Die Liquidität wird zur entscheidenden Größe für die Überlebensfähigkeit (Aussage + neutraler Quellenverweis).
Die steigenden Insolvenzen sind das Ergebnis mehrerer Faktoren. Neben der schleppenden Konjunktur und zwei aufeinanderfolgenden Rezessionsjahren spielen auch hohe Energiekosten, gestiegene Zinsen und geopolitische Risiken eine Rolle. Hinzu kommen strukturelle Probleme wie Fachkräftemangel, hohe Abgabenlast und eine stagnierende Investitionsbereitschaft (Aussage + neutraler Quellenverweis).
Die Transformation der Wirtschaft zur Klimaneutralität führt zu weiteren Umbrüchen, insbesondere in der Industrie. Viele Unternehmen müssen sich neu aufstellen, was nicht allen gelingt. Die Zahl der Gründungen bleibt hingegen niedrig, was die Dynamik der Unternehmenslandschaft schwächt (Aussage + neutraler Quellenverweis).
Der Anstieg der Insolvenzen verteilt sich nicht gleichmäßig auf die Bundesländer. Besonders betroffen sind Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. In Niedersachsen spielt die Krise der Automobilindustrie eine zentrale Rolle. Im Osten Deutschlands fällt der Anstieg meist geringer aus (Aussage + neutraler Quellenverweis).
Für 2026 erwarten Experten keine schnelle Trendwende. Die Insolvenzzahlen dürften auf hohem Niveau bleiben, auch wenn sich die Zuwachsraten etwas abschwächen könnten. Die Herausforderungen für Unternehmen und Politik bleiben bestehen. Besonders für den Mittelstand und die Industrie sind verlässliche Rahmenbedingungen, Investitionsanreize und Innovationen entscheidend, um die Transformation zu bewältigen (Aussage + neutraler Quellenverweis).
Die aktuelle Insolvenzwelle ist Ausdruck einer tiefgreifenden wirtschaftlichen und strukturellen Krise. Sie betrifft vor allem Mittelstand, Industrie und Handel. Ohne gezielte Maßnahmen und Innovationsbereitschaft droht ein nachhaltiger Substanzverlust der deutschen Wirtschaft.